Die Fourth International Conference on Degrowth for Ecological Sustainability and Social Equity wird vom 2.-6. September 2014 in Leipzig stattfinden.

Die Degrowth-Konferenz hinterfragt die Fixierung auf Wirtschaftswachstum in der Wirtschaftspolitik und fördert sozial-ökologische Alternativen. Sie bietet einen Rahmen für wissenschaftliche Debatten, den Austausch von Aktivist_innen und Praktiker_innen und die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema. Die Konferenz 2014 in Leipzig ist Teil eines internationalen Veranstaltungszyklus: bislang gab es 2008 in Paris, 2010 in Barcelona und 2012 in Venedig sowie in Montreal Degrowth-Konferenzen.

Warum Degrowth?

Im Deutschen gibt es für “Degrowth” unterschiedliche Übersetzungen mit verschiedenen Bedeutungen: beispielsweise “Postwachstum”, “Schrumpfung”, “Wachstumswende” oder “Entwachstum”. Gemeinsam ist die Einsicht, dass ein auf Wachstum basierendes Wirtschafts- und Gesellschaftssystem keine Zukunft hat: Trotz technologischer Lösungen für ein „Grünes Wachstum“ steigen der Ressourcenverbrauch und der CO2-Ausstoß auch in der Gegenwart weiter an. Es ist an der Zeit, wachstumsunabhängige Formen von Wirtschaft und Gesellschaft zu denken und aufzubauen, um konsensfähige Alternativen zum derzeitigen Wachstumszwang sichtbar zu machen!

http://leipzig.degrowth.org/de/

 Solidarität ist alles, was uns bleibt (Buchhinweis)

Griechenland befindet sich derzeit in einer erschreckenden ökonomischen, politischen und sozialen Situation. Unternehmensschließungen, Entlassungen, Lohnkürzungen, Privatisierungen, die Streichung öffentlicher Leistungen und unzählige Steuererhöhungen sind nur einige der vielen Elemente von Krise und Austeritätspolitik, mit denen die GriechInnen tagtäglich zu kämpfen habe. Die Folgen dieser Politik wurden bereits beschrieben: Arbeitslosigkeit, Armut, gesellschaftliche Desintegration und verstärkter Zulauf zu rechtsextremen Ideologien sind nur einige der Folgen.

All diese Entwicklungen und Ereignisse versetzen solidarische BeobachterInnen in Sorge, erregen Mitgefühl und oft auch Wut. Zwei Dinge machen jedoch noch Mut: der große Widerstand der sozialen Bewegungen gegen die destruktive Krisenpolitik und das Wachstum der Solidarischen Ökonomie.
Griechenland erlebt in dieser furchtbaren Krisensituation gerade das Aufleben einer neuen Bewegung Solidarischer Ökonomie. Quer durchs Land entstehen fast täglich neue Tauschkreise, Gemeinschaftsgärten, Alternativwährungen, kooperative Läden, soziale Zentren, Umsonstläden, selbstverwaltete Cafés und viele andere Arten von Projekten. Ich habe vor Beginn der Arbeit am Buch gehofft, in Griechenland spannende Projekte kennenzulernen – wie inspirierend viele Initiativen und AkteurInnen sind, hat jedoch selbst mich überrascht. Die Solidarische Ökonomie Griechenlands ist in vieler Hinsicht besonders, ihre Eigenschaften, Formen, Dynamiken und Potenziale sind beindruckend. Einige Aspekte treten jedoch als bemerkenswert hervor. Nicht nur ist das Feld der Solidarischen Ökonomie bunt und vielfältig, dies trifft auch auf die einzelnen Projekte zu. In fast allen von mir besuchten Initiativen finden nicht nur eine oder zwei  Aktivitäten statt, sondern viele verschiedene. So wird im Gemeinschaftsgarten nicht nur Gemüse angepflanzt, sondern die Mitglieder versuchen mit ihrer Tätigkeit auch, Menschen in Not zu unterstützen.
Daneben betreiben sie Informationsarbeit zur biologischen Landwirtschaft und Selbstversorgung und setzen sich für den Erhalt und Ausbau öffentlicher Räume ein. Ein anderes Projekt beginnt wiederum als Alternativwährung, eröffnet ein Gemeinschaftszentrum mit Tauschbasar, macht Öffentlichkeitsarbeit und plant den selbstorganisierten Anbau von Obst und Gemüse. Die verschiedenen Projekte entstehen oft aus  einer konkreten Idee, reagieren auf die Wünsche des Umfelds, wandeln sich aber rasch und erweitern ihre Tätigkeitsbereiche.
Weiterlesen: Solidarität ist alles, was uns bleibt

"Die Strategie der krummen Gurken" der Film ist nun endlich fertig und erhältlich:

http://www.cinerebelde.org/die-strategie-der-krummen-gurken-p-121.html?language=de

Als DVD, download, blue ray oder einfach online anschauen.

Die GartenCoop Freiburg setzt ein erfolgreiches Modell solidarischer Landwirtschaft um. Rund 260 Mitglieder teilen sich die Verantwortung für einen landwirtschaftlichen Betrieb in Stadtnähe und tragen gemeinsam die Kosten und Risiken der Landwirtschaft. Die gesamte Ernte - ob gut oder schlecht, krumm oder gerade - wird auf alle Mitglieder verteilt.

Ein konsequenter ökologischer Anbau, Saisonalität, 100% samenfeste Sorten, kurze Wege, solidarische Ökonomie, kollektives Eigentum, Bildung, sowie mit anpacken in der Landwirtschaft sind nur einige der vielen Merkmale des Projekts.

Dieser Dokumentarfilm gibt Einblick in die Motivationen und das Innenleben der Kooperative. Er zeigt  Menschen, die in Zeiten ökonomischer und ökologischer Krise der Macht der Agrarindustrie etwas entgegensetzen: Die Strategie der krummen Gurken.

Eine cine rebelde Produktion 2013, 64 Min, cc-by-nc-nd

Ein Film von Sylvain Darou und Luciano Ibarra

http://www.cinerebelde.org

http://www.gartencoop.org/tunsel/film

 

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