Temporäres Kaufhaus für genossenschaftliche Produktion
und Kunstprojekt von Andreas Wegner
Von September 2008 bis Ende 2009 wurde in Berlin das Kaufhaus Le Grand Magasin betrieben,
in dem ausschließlich Waren europäischer Produktivgenossenschaften ausgestellt wurden.
Drei Ausstellungen in Ungarn und Tschechien sowie ein Kongress in Deutschland fassen die Ergebnisse zusammen.Ein Teil von Le Grand Magasin ist derzeit im Frankfurter Kunstverein zu
sehen.

Die Veranstaltung an der Schnittstelle zwischen Kunst, Politik und Ökonomie befasst sich zum einen mit Produktivgenossenschaften und Alternativbetrieben in Europa und fragt nach deren Perspektive, um anderen mit der Frage, was das Künstlerische an Le Grand Magasin ist.
Mit:
+++Hans-Gerd Nottenbohm, innova eG, Projektbüro Dortmund, Bundesverband
zur Förderung des Genossenschaftsgedankens
+++Andreas Wegner, Künstler und Projektleiter von Le Grand Magasin, Berlin
Mittwoch, 17. März 2010, 19.00 Uhr
Café im Kunstverein, Frankfurt am Main
Veranstalter: Heinrich-Böll-Stiftung Hessen und Frankfurter Kunstverein

 

Konzept für die Idee einer „Demokratischen Bank“ - Diskussionspapier Attac Österreich, Oktober 2009

A) DEMOKRATISCHE BANK
Begründung
Die Liberalisierung des Marktes hat rundum versagt:
1. Profitorientierte und global aufgestellte Banken nehmen zunehmend Aufgaben wahr, welche
  • die Stabilität des Finanzsystems gefährden (Währungsspekulation, Kredithandel, Derivate-Entwicklung)
  • von der Allgemeinheit zu den Vermögenden umverteilen (Hochrendite-Fonds, maßlose Gehälter und Boni).
2. Gleichzeitig vernachlässigen sie die Grundfunktionen von Finanzmärkten/Banken:
  • Kreditklemme: Geld für die, die es dringend benötigen, ist zu teuer oder gar nicht verfügbar. Derzeit muss die Zentralbank „einspringen“.
  • Keine Garantie der Sparguthaben: Ohne staatliche Garantie wäre es zum Bankensturm und zum Totalzusammenbruch des Systems gekommen
  • Teurer oder gar kein Service: Die Kontoführungskosten steigen, die KundInnen werden zunehmend zum Kauf von Finanzprodukten gedrängt und in manchen Ländern (z. B. Großbritannien) werden KundInnen, die kein Wertpapierdepot anlegen, gekündigt
  • Ausdünnung der Versorgung: Durch Liberalisierung und Privatisierung wird das Angebot an Filialen ausgedünnt und eingeschränkt, z. B. der P. S. K., einer sehr beliebten Bank

3. Auch der Interbankenhandel ist zum Zusammenbruch gekommen, weshalb die Refinanzierung der Banken untereinander über den freien Markt keinen effizienten Mechanismus darstellt.

4. Im liberalisierten Markt tendieren Banken dazu, eine global wettbewerbsfähige Größe anstreben. Dadurch werden sie aber früher oder später „systemrelevant“ und können nicht mehr in Bankrott gehen. Das führt die Marktliberalisierung ad absurdum, weil die grundlegenden Marktgesetze nicht mehr angewandt werden können.

5. Durch das Auswachsen der Banken zu gigantischen Global Players wird ihre Macht so groß, dass sie sich erfolgreich gegen eine Regulierung im Sinne von Stabilität, Verteilungsgerechtigkeit und Nachhaltigkeit wehren und über Lobbyismus sich ihre Regeln selbst schaffen. Auf diese Weise werden sie zur Gefahr für die Demokratie und schaden dem Gemeinwesen und der Wirtschaft mehr als sie nützen.

Wir stellen dieser Entwicklung das Modell einer „Demokratischen Bank“ entgegen.

Weiterlesen: Demokratische Bank

Rezension aus der Contraste – Zeitung für Selbstorganisation
Friederike Habermann stellt Räume und soziale Netzwerke vor, die sich im deutschsprachigen Raum darum bemühen, Alternativen zu Kapitalismus, Geld und Tauschlogik nicht nur zu diskutieren, sondern auch praktisch zu leben. Sie dokumentiert damit eine Vielzahl von Versuchen einer solidarischen Ökonomie und kollektiven Handelns und lässt dabei die Menschen, die die Projekte tragen, teilweise ausführlich zu Wort kommen.
Ihre Berichte aus den Bereichen Finanzen, Kleidung, Nahrungsmittel, Wohnen, Bildung, Gesundheit, Kommunikation und Mobilität zeigen eindrücklich, dass viele der heutigen sozialen Bewegungen mit Formen des solidarischen Umgangs und einer kollektiven Ökonomie Hand in Hand gehen, diese zum Ausgangspunkt haben. Am bekanntesten aus dem bunten Strauß des vorgestellten dürften wohl die Tauschringe und Verschenkläden und die Stadt- und Landkommunen
sein. Neuere Ideen sind die auf großes Interesse stoßenden Versuche generationenübergreifenden
Wohnens in der Stadt, die vielen Internet- und Software-Projekte und die Gemeinschafts- und interkulturellen Gärten. Vieles dessen, was in CONTRASTE regelmäßig Thema ist, wie Beginenhöfe, Kommunen, Umsonstläden, Wertkritik und Peer-Economy wird ausführlich, anderes, wie etwa alternative Medien nur am Rande behandelt.
Der Autorin ist bewusst, dass die Gesellschaft und die Menschen von Herrschaftsverhältnissen durchzogen sind, eine Veränderung von Strukturen und die Veränderung von Menschen sich gegenseitig bedingen und ermöglichen. Deshalb nennt sie die vorgestellten Projekte auch nicht »Freiräume«, sondern spricht von Halbinseln. Halbinseln, die unabgeschlossen sind, in das Neue ragen, aber fest mit dem Alten verbunden sind. Die Verbindung zu Debatten der traditionellen
und parteiförmigen Linken, wo derzeit erst zaghaft eine kritische Debatte um Wachstum und Verkehrs- und Konsumpolitik in Gang kommt, herzustellen, das hätte politische Sprengkraft. Diese Verbindung zu organisieren, bleibt eine Aufgabe der Zukunft. Habermann hat dazu einen guten Beitrag geleistet. 
Bernd Hüttner
Friederike Habermann: Halbinseln gegen den Strom. Anders Leben und Wirtschaften im Alltag. Ulrike Helmer Verlag, Sulzbach 2009, 228 S., 19,90 EUR

In den letzten Jahrzehnten ist eine neue Produktionsweise entstanden, die auf Kooperation und Teilen beruht. Auf dieser Produktionsweise – Peer-Produktion genannt -- basieren Freie Software (wie Linux und Firefox), die Wikipedia und die Freie-Kultur-Bewegung; sie steckt hinter Freien Funknetzen und Projekten wie SETI@home. Peer-Produktion nutzt und erzeugt Commons (Gemeingüter): Ressourcen und Güter, die allen zustehen und gemäß selbstdefinierten Regeln gemeinsam oder anteilig genutzt werden. Sie basiert auf Beiträgen statt auf Tausch: Menschen beteiligen sich an Projekten, die ihnen wichtig sind, und tragen so zu deren Erfolg bei. Und sie basiert auf freiwilliger, zwangloser Kooperation, die keine formalen Hierarchien und Befehlsstrukturen kennt.
In dem Workshop soll es darum gehen, was Commons sind und wie Peer-Produktion funktioniert. Vor allem aber geht es um die Frage, wie die Peer-Produktion den Sprung von der immateriellen in die materielle Welt schaffen kann: wie könnte eine Gesellschaft aussehen, die im Wesentlichen auf Peer-Produktion beruht, so dass es kein Geld und keinen Markt mehr braucht?
14.11. 2009 eine AG zu "Commons und Peer-Produktion" mit Christian Siefkes auf der
FIfF-Jahrestagung in Bremen.

 

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