Unter dem Titel »Weihnachts-Rap-Torium« startet das MusikZentrum Hannover ein Musiktheaterprojekt. 75 Jugendliche werden mit Unterstützung von Profis das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach unter Verwendung unterschiedlicher Stilelemente aus den Bereichen Rap, HipHop, Breakdance und Beatbox neu arrangieren. Ende dieses Jahres wird das »modernisierte« Weihnachtsoratorium in verschiedenen Kirchen in Niedersachsen aufgeführt.

Mit dem Projekt »Land-schaf(f)t freie Kultur« bündeln die Landesverbände Soziokultur & Kulturpädagogik sowie professioneller freier Theater in Rheinland Pfalz ihre Kräfte und rufen erstmals ein »Wochenende der freien Kultur« ins Leben. Am 1. und 2. Oktober 2011 werden 50 soziokulturelle Zentren, kulturpädagogischen Einrichtungen und freie Theater landesweit und zeitgleich die ganze Bandbreite ihrer künstlerischen und soziokulturellen Arbeit präsentieren, von Theater- und Musikaufführungen über Literaturcafés bis hin zu Filmworkshops.

Bei dem Projekt »WASTE – von Müll und Menschen« des Vereins KABAWIL aus Düsseldorf steht der Umgang der Gesellschaft mit Ressourcen im Mittelpunkt, sowohl bezogen auf die natürlichen Lebensgrundlagen als auch im Hinblick auf Menschen, die scheinbar nicht mehr gebraucht werden und am Rande der Gesellschaft leben. 25 Jugendliche aus unterschiedlichen sozialen Milieus werden zusammen mit professionellen Künstlern – Schauspielern, Autoren, Tänzern – und Pädagogen eine Tanztheaterproduktion erarbeiten und öffentlich vorstellen, die sich mit diesem Thema auseinandersetzt.

Die vorgestellten Vorhaben sind drei von insgesamt 42 Projekten, die das Kuratorium des Fonds Soziokultur aus insgesamt 423 Anträgen ausgesucht hat. Die Vergabesitzung für das erste Halbjahr 2011 fand am 17. und 18. Januar in Bonn statt. Für die praktische Erprobung und Umsetzung ihrer Projektideen stellt der Fonds den Projektträgern jeweils Beträge bis zu 25.000 Euro zur Verfügung.

„Es begeistert immer aufs Neue zu sehen, mit wie viel Ideenreichtum, Fantasie und nicht zuletzt Energie soziokulturelle Akteure und Projekte starten. Laien und professionelle Künstler/innen aller Sparten widmen Industrieruinen zu Kunst- und Kommunikationsorten um; Jugendliche nehmen die kulturelle Versorgung benachteiligter Stadtteile selbst in die Hand oder erklären Erwachsenen die digitale Welt des Web 2.0! Zwischen Kiel und Konstanz, Aachen und Frankfurt an der Oder bewegen Menschen die Kultur, in und mit der sie leben – so das Fazit der Kuratoriumsvorsitzenden des Fonds Soziokultur, Mechthild Eickhoff,  am Ende der Vergabesitzung in Bonn.

Der Fonds Soziokultur ist ein gemeinnütziger Verein, dem acht Bundesverbände aus der soziokulturellen Arbeit angehören. Seit 1988 fördert er Projekte, in denen Menschen zur aktiven Teilnahme am kulturellen und gesellschaftlichen Leben ermutigt werden. Die Projekte sollen Modellcharakter haben und für andere soziokulturelle Initiativen und Einrichtungen qualitative Maßstäbe setzen. Die Fördermittel werden von der Kulturstiftung des Bundes bereitgestellt.

Im März dieses Jahres gibt es eine neue Chance für Aktive in der Soziokultur: Dann schreibt der Fonds die Mittel für Projekte aus, die im zweiten Halbjahr 2011 beginnen oder realisiert werden. Stichtag zur Abgabe der Anträge ist der 1. Mai 2011. Nähere Infos unter (www.fonds-soziokultur.de).

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